SV Camissa
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Stories     by Isabella in german
   

 

 

Info:

1 Knoten= 1,852 km/Std.
1 nautical mile= 1,852 km
1 land mile= 1,609 km 

    Stories  Kolumbien

16.12. - 18.12.06:  Segeltrip Aruba - 5 Bays vor Santa Marta, Kolumbien

18.12. – 20.12.06:  Aufenthalt Bahia Gayraca, Kolumbien

20.12.06:  Segeltrip Bahia Gayraca – Punta Hermosa, Kolumbien

21.12.06:  Segeltrip Punta Hermosa - Cartagena, Kolumbien

21.12.06 - 28.1.07:  Aufenthalt in Cartagena, Kolumbien

28.1.07:  Segeltrip Cartagena - Islas del Rosario, Kolumbien

28.1. - 1.2.07:  Aufenthalt in Islas del Rosario, Kolumbien

10.2. -12.2.07: Segeltrip Cartagena – Isla de San Andrés, Kolumbien

12.2. – 16.2.07: Aufenthalt in Isla de San Andrés, Kolumbien

16.2.07: Segeltrip Isla de San Andrés – Isla de Providencia, Kolumbien

16.2. – 22.2.07: Aufenthalt in Isla de Providencia, Kolumbien 

 

16.12. - 18.12.06:  Segeltrip Aruba - 5 Bays vor Santa Marta, Kolumbien(265 nm)

Ich freute mich absolut nicht auf die Überfahrt Aruba - Cartagena. Weniger wegen Piraterie, mehr weil man diese Strecke "Passage of hell" nennt. Der Wind kann bis zu 40 Knoten (72 km/Std.) stark blasen und die Wellen können sich bis zu 6 m aufbäumen. Die vor uns liegende Strecke ist angeblich die schwierigste in der Karibik und eine der 5 Schwierigsten weltweit.

Nach intensiver Beobachtung der Wettervorhersagen verabschiedeten wir uns am 16.12.06, 16.00 Uhr  von Aruba, damit wir noch bei Tageslicht die Segel setzen, den Kurs eingeben und alles an Ort und Stelle verstauen konnten.

Nach unserem vorgekochtem Dinner starteten wir die Nachtwache. Durch meine Seekrankheitsvorsorge, Vitamin C Kautabletten, war ich absolut nicht müde, glücklicherweise auch nicht Seekrank. So war ich die ganze Nacht wach. Es tat jedoch gut, nach jeweils 3 Stunden Wache niederzuliegen, den Sternenhimmel zu bewundern, die Augen zu schliessen und versuchen über das Krachen und Donnern der Wellen, die sich unter uns zwischen den beiden Kielen durchzwängten, hinwegzuhören.

Als wir den Golf von Venezuela überquerten, zählten wir jede Menge Tanker, Frachter und Fischerboote. Sobald wir uns Kolumbiens Küste näherten, bemerkten wir ein Fischerboot, dass immer näher kam und die Navigationslichter manchmal ausschaltete. Als es nur noch ca. 20 m auf Steuerbordseite entfernt war, wurde mir langsam unwohl. Ich nahm meine frisch geladene, powervolle Unterwasserlampe und leuchtete auf das Fischerboot. Was auch immer diese Leute vorhatten. Es kam nicht mehr näher, sondern überholte uns und fuhr vor uns Richtung Kolumbiens Küste.

Als ich die Nachtwache übernahm, sichtete ich kurze Zeit später noch weit weg von hinten, ein riesiges Schiff, wahrscheinlich ein Tanker oder Frachter auf uns zukommen. Tim lehrte mich, wenn  grünes, rotes und die beiden weissen Navigationslichter übereinander zu sehen sind, ist es ein schlechtes Zeichen, weil das Schiff genau auf einen zufährt. Aber besser von hinten, als von vorne. Ich dachte mir, der ist noch weit weg, wird uns bestimmt schon lange auf dem Radar entdeckt haben und den Kurs bald ändern. Meine Vorstellung traf nicht ein. Die Lichter und somit das riesige Schiff kam immer näher. Perfekt auf Kollisionskurs. Kapitän Tim musste her, dem diese Situation gar nicht gefiel. Er rief sofort den Schiffskapitän über Funk und gab ihm unsere Position durch. Blitzschnell reagierte das Riesenkoloss und änderte den Kurs. Camissa unter Segel mit 6 Knoten hätte keine Chance gegen seine ca. 25 Knoten auszuweichen. Die restliche Nacht war mit vielen Bootsverkehr von Fischerbooten und Grosschiffen ziemlich anstrengend. Das Positive daran war, man wird bestimmt nicht schläfrig. Im Morgengrauen löste mich Tim von meiner Nachtwache ab. Das Meer war ruhig und ich konnte nach einer durchzechten Nacht endlich schlafen. Der ganze Tag verlief ruhig mit wenigen Booten, die wir kreuzten. Der Wind wehte nur mit 15 Knoten und die See war ruhig. Frischer Fisch gab’s nicht auf dem Dinnertable. Dafür kochte Tim Beef Tenderloin unter dem Grill im Backofen!

Der Wind verstärkte sich gegen Sonnenuntergang. Der Bordcomputer zeigte 28 Knoten Wind und eine Bootsgeschwindigkeit von 8 Knoten. Somit holten wir die Flaute während des Tages wieder ein. Da der Wind von Osten, dh. von hinten blies, türmten sich die manchmal bis zu 2 m hohen Wellen hinter uns zu Bergen auf. Sie donnerten unter uns durch und liessen Camissa erdröhnen und erzittern.

Vor uns ein herrlicher Sonnenuntergang ohne eine Wolke, dem wir entgegen segelten. Die stockdunkle Nacht, nur erhellt von Milliarden funkelnder Sterne, verlief ohne besondere Zwischenfälle.

Gegen Morgen kamen wir unserem Ziel näher. Schon bald erblickten wir die gigantischen Berge der Sierra Nevada in Kolumbien. Ist es möglich, dass man in der Karibik der Küste entlang segelt und Schnee auf den Gipfeln der Berge entdeckt? Vor Santa Marta bestaunten wir eine steile, aus dem Meer ragende Dschungelküste, die bis 5775 m ansteigt. Dort liegt ewiger Schnee. Der Anblick war gigantisch. Die Wolken befanden sich wesentlich tiefer, als die hohen Berge. Darüber die riesige Bergkette. Der Wind hatte zugelegt und er fegte mit 30 Knoten übers Meer. Unser schwer beladener Katamaran bewegte sich mit 11 Knoten donnernd Richtung 5 Bays. Um 11.30 Uhr ankerten wir in Bahia Gayraca. Das sich wild aufbäumende Meer, verwandelte sich in der Bucht in einen sanften, flachen Teppich. Der Wind wurde von den grossen Bergketten abgehalten und ein angenehmes Lüftchen von 10 Knoten wehte. Die geschützte Bucht war bewohnt von wenigen Fischern, die an der weissen Sandküste hausten. Sie verliessen früh morgens ihre Familien und kamen abends mit ihrem Fang zurück. Dahinter die steile, gebirgige Dschungellandschaft, wie ich sie noch nie gesehen habe. Sehr majestätisch und eindrücklich!

 

18.12. – 20.12.06:  Aufenthalt Bahia Gayraca, Kolumbien

Endlich hatten wir Zeit die Unordnung auf dem Boot aufzuräumen, zu relaxen, kochen ohne sich festzuhalten und ohne donnerndes Dröhnen der Wellen ruhig schlafen. Am nächsten Tag war ich ausgeruht, obwohl ich nicht sehr tief schlief, denn der Wind verstärkte sich nachts. Dies bewirkte, dass sich die Position unserer Yacht mehrmals veränderte und dadurch der Ankeralarm ausgelöst wurde. Dazu kam die Unsicherheit nachts auf einmal von Banditen überrascht zu werden.

Schnorcheln an den Klippen der Sierra Nevada war beeindruckend. Ich erblickte Papageienfische, Boxfische, Ballonfische, einen wuschligen Skorpionfisch und teilweise gut erhaltene Stakkordkorallen. Die Sicht war ca. 5 m das Wasser ca. 25 Grad.

Am Nachmittag besuchte uns Rinaldo Garcia, ein freundlicher Kolumbianer, mit seinem Baumboot. Er lebt in dieser Bucht seit 13 Jahren und geniesst die abgelegene Ruhe. Er erzählte uns, dass er viele Segler angetroffen habe, die auf ruhigeres Wetter warteten. Am Ende unsere Diskussion bat er um ein T-Shirt. Ich schenkte ihm ein Knallrotes, auf das er mächtig stolz war.

 

20.12.06:   Segeltrip Bahia Gayraca – Punta Hermosa, Kolumbien (70 nm)

Bei Sonnenaufgang um 6.00 Uhr lifteten wir den Anker und machten uns weiter gegen Westen auf den Weg. Wir wollten so früh wie möglich aufbrechen, damit wir bei guten Lichtverhältnissen den berühmt berüchtigten Rio Magdalena überqueren konnten. Der riesige Fluss fliesst mit einer Strömung von 6 Knoten ins Meer und die Wellen des Meeres laufen in entgegen gesetzter Richtung. So muss es ziemlich ungemütlich werden. Es sind schon Boote gesunken, die mit Baumstämmen zusammenprallten.

Zuerst war das Meer ruhig mit flachen Wellen und 10 Knoten Wind. Sobald wir jedoch aufs offene Meer kamen, kämpften wir mit 30 Knoten Wind und 3 m hohen Wellen. Einige Stunden später waren wir 10 nm entfernt von der Flussmündung des Rio Magdalena. Das Wasser färbte sich von dunkelblau zu grün und dann zu gelb - braun. Es schien mir, dass wir durch Schweizer Kläranlagen segelten. Obwohl wir weit von der Mündung entfernt waren, war die Überquerung dieser Passage nicht gerade angenehm. Wir kämpften mit hohen Wellen, 25 Knoten Wind und eine starke Strömung. Wir sichteten viele Seerosen, Schlingpflanzen, Äste und dicke, grosse Baumstämme. Nun wurde mir klar, warum man diesen Teil besser bei Tageslicht hinter sich bringt.

Um 16.30 Uhr erreichten wir die grosse Bucht von Punta Hermosa. Rund um diese Bay standen kleine Fischerhütten. Das 1. Mal seit wir Aruba verlassen haben, sahen wir ein anderes Segelboot. Fühlte sich beruhigend an, dass wir nicht das einzige Boot in dieser Bucht waren. 

 

21.12.06:   Segeltrip Punta Hermosa - Cartagena, Kolumbien (57 nm)

5.30 Uhr war Tagwache, damit wir bei Sonnenaufgang um 6.00 Uhr lossegeln konnten. Kaum zu glauben, kein Wind auf dieser Strecke, die zu den gefährlichsten Segelstrecken der Welt gehört. Nur ein schwacher Hauch von 3 Knoten streichelte sanft die Oberfläche des Wassers. Somit motorten wir Richtung Cartagena. Glücklicherweise war das Meer ziemlich ruhig, denn wir erschraken an den riesigen Teppichflächen von Wasserlilien, Ästen und Baumstämmen, die vom Rio Magdalena ins Meer hinausgeschwemmt wurden, so weit entfernt von der Meereinmündung. Wir wechselten uns ab, am Bug Ausschau nach gefährlichen Baumstämmen zu halten, denn die könnten problemlos ein Loch durch das Fieberglas brechen.

Das Wasser war zu Beginn wieder blau, denn wir sollten dringend Trinkwasser aus dem Meerwasser filtern. Als wir jedoch eine Serie von toten Süsswasserfischen erblickten, die vom Rio Magdalena stammen mussten, entschlossen wir uns, kein Salzwasser zu filtern. Der Motortrip war ruhig und ohne Zwischenfälle. Wir mussten nur extrem aufpassen, dass wir keinen Holzknüppel in die Nähe unseres Kat bekamen.

Nach 12.00 Uhr näherten wir uns der Skyline von Cartagena, der angeblich romantischsten Stadt in der Karibik. Die Luft war heiss und dunstig. Vor uns tauchte eine malerische Altstadt mit einer rundum laufenden Mauer auf. Anschliessend säumten sich kilometerlange Hotelanlagen, die mich an Miami Beach erinnerten.

Um 14.30 ankerten wir vor Club Nautico Marina. Wir beeilten uns unser Dingi ins Wasser zu bringen, um an Land zu fahren und wieder einmal festen Boden unter unseren Füssen zu spüren.

 

21.12.06 - 28.1.07:  Aufenthalt in Cartagena, Kolumbien 

Cartagena de Indias ist eine sehr spezielle Stadt. Sie ist aufgeteilt in verschiedene Stadtteile.   Die in ausgezeichnetem Zustand erhaltene Altstadt mit ihren Plazas, Kirchen, schmalen Strassen umgeben von einer dicken Steinmauer, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erbaut wurde, bildet das eigentliche Zentrum. Die Architektur mit spanischem Einfluss ist sehr beeindruckend. In den engen Gassen preisen Händler ihre Waren an. Die vielen tropischen Früchte, wie Melonen, Mangos, Bananen, Avocados, Ananas, Passionsfrüchte usw. sind so süss und reif im Geschmack, wie ich es noch nie zuvor irgendwo gekostet habe. Im gesamten Zentrum wimmelt es von Polizei, Sicherheitsbeamten und Militär, dadurch ist die Altstadt ein relativ sicherer Stadtteil.

Südlich des Zentrums befindet sich Bocagrande. Dort reihen sich Hochhäuser,  Einkaufszentren, Restaurants, Discotheken und unzähligen Hotels entlang einer schmalen Landzunge mit einem kilometerlangen, grauen Sandstrand mit braunem Wasser.

Im Osten mit einer Brücke verbunden liegt Manga Island mit vielen Wohnhäusern, Club Nautico Marina, einem grossen Frachthafen und einem Kreuzfahrtenschiffsdock. Der Hafen ist verbunden mit dem Kanal Dique zum Fluss Rio Magdalena, dadurch ist das Wasser im gesamten Hafen stark verschmutzt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich innert kurzer Zeit bis zu 2 m langen, grünen Algensträngen an der Bootswasserlinie bildeten. Obwohl Camissa erst vor kurzem einen neuen Antifoulinganstrich an beiden Kielen erhielt, hafteten innert Kürze hunderte von kleinen Muscheln. In Manga gibt’s viele Geschäfte mit ausgezeichneten Speziallisten, die den  Alternator und die Klimaanlage reparierten, ein neues Stahlgeländer erstellten, Einbruchsicherungen schmiedeten und einige Elektronikarbeiten erledigten, die Tim nicht selbst ausführen konnte.   

Die extreme Hitze und der „unangenehme“ Geruch machte mir ein wenig zu schaffen. Dazu kam noch die Unsicherheit nie zu wissen,  wann wir wieder unangemeldeten Besuch erhielten. In der 1. Nacht versuchten Diebe unser Beiboot zu stehlen, obwohl es angekettet war.

 

28.1.07:  Segeltrip Cartagena - Islas del Rosario, Kolumbien (21 nm)

Nach eindrücklichen Sightseeing Tours und intensiver Arbeit auf dem Boot wie Alternator einbauen, einen Riss in der Wasseraufbereitungsanlage reparieren, Lampeninstallation im Cockpit, Service der Winschen, Installation einer Alarmsirene, Stahl polieren und aufwendiges Reinigen der Yacht und mit Muscheln bewachsenen Ankerkette mit einem Hochdruckgerät, konnten wir endlich diesen schmutzigen, geruchsvollen Ankerplatz verlassen. Wir freuten uns zu den nahe gelegenen  Islas del Rosario aufzubrechen. Die hilfsbereiten Cruisers Ernie & Charlene von der Yacht Lauren Grace gaben uns viele wertvolle Tipps und die wichtigsten Koordinaten auf den Weg. Die Tatsache, dass der Weg ins offene Meer hinaus nicht gerade sicher ist, dämpfte unsere Vorfreude. Vor 3 Wochen wurde ein Segelboot beim Verlassen der Marina um 9.00 Uhr morgens beim Hafeneingang von 5 bewaffneten Männern überfallen und ausgeraubt. Dies bedeutete für uns; kein Boot zu nahe kommen lassen, falls trotzdem, sofort auf Angriff übergehen, wenn wir nicht ausgeraubt werden wollten.

Bei ruhiger See und nur 5 Knoten Wind motorten wir aus der riesigen Bucht Richtung offenes Meer hinaus. Wir hielten mit Adleraugen Ausschau. Sobald sich ein Boot näherte kontrollierten wir mit einem Fernglas, ob es ein Touristenpassagierboot war, dass für uns keine Gefahr bedeutete oder ein Speedboot mit 3-5 Männern an Bord, auf das wir unsere volle Aufmerksamkeit lenkten.  

Glücklicherweise verlief die Hafendurchfahrt und der gesamte 4 Stunden lange Motortrip ohne Zwischenfälle. Der absolute Höhepunkt war ein ca. 2 m langer Delfin, der uns mindestens eine halbe Stunde begleitete. Er spielte am Bug vorne mit  den Wellen, die unsere Yacht verursachte.  Um die Mittagszeit erreichten wir die kleinen Inselgruppen Islas del Rosario. Wir ankerten in der Nähe der Küstenwache, da dieser Ankerplatz ziemlich sicher sein sollte. Zu den 4 Segelbooten, die schon vor Anker lagen, gesellten wir uns dazu.

 

28.1. - 1.2.07:  Aufenthalt in Islas del Rosario, Kolumbien

Es war herrlich! Wieder einmal saubere, frische Luft einzuatmen. Bei der grössten Tageshitze sich in klarem, sauberen Meerwasser abzukühlen. Mit freundlichen Fischern zu plaudern, die Fisch und Langusten verkauften. Nur schade, dass auch hier die Kriminalität schon Einzug gehalten hat. Nachts sollte man das Dingi hochheben und alles verriegeln und verstauen, sonst ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es gestohlen wird.

Wir waren emsig beschäftigt, Camissa von den meterlangen, grünen Algen, die an der Wasserlinie wucherten zu befreien und die unzähligen, hartnäckigen Muscheln von beiden Kielen abzuschaben. Noch nie haben wir von so einem extrem schnellen Wachstum von Algen und Muscheln an Kielen gehört. Wir haben auch noch nie in so arg verschmutzten Abwassern geankert.

Die reparierte Wasseraufbereitungsanlage, die wir hier mit sauberem Meerwasser endlich testen konnten, funktionierte perfekt. Dies liess uns erleichtert aufatmen.

Am Ankerplatz ragten einige Felsen aus dem Wasser heraus, die ich natürlich sofort auskundschaftete. Faszinierend, dass direkt  unterhalb der Wasseroberfläche in dem warmen Wasser, Korallen und verschieden farbige Schwämme wuchsen. In vielen, kleinen Einbuchtungen zwängten sich hunderte von Jungfischen end aneinander. Ich entdeckte einen Skorpionfisch, viele Seesterne und eine spezielle Art Nacktschnecke, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe. 21 Meilen südwestlich von Cartagena schien die Unterwasserwelt noch in Ordnung zu sein.  Diese herrliche Inselgruppe ist noch nicht betroffen von der Verschmutzung des Flusses Rio Magdalena.

Auf einer der kleinen Inseln entdeckten wir einen Vogelpark. Einige sprechende Papageien lebten mit den Inselbewohnern frei unter einem Dach. Viele der seltenen Arten wurden in grossen Käfigen gehalten.

In der Nacht kühlte es jeweils mit einer frischen Brise angenehm ab. Nur in der 2. Nacht blies uns der Wind mit 30 Knoten von Nordost um die Ohren. Wir stellten auf Ankerwatch, damit ein Alarm piepst, sobald sich der unberechenbare Wind und somit das Boot drehte. Unsere Yacht drehte sich 2 Mal um 360 Grad. Wir hätten beinahe neu ankern müssen, denn unser Abstand zum Korallenriff verringerte sich auf nur 5 m.

Nach 4 Tagen kehrten wir wohlbehalten wieder nach Cartagena  zurück, um uns auf die lange Überfahrt nach Honduras vorzubereiten.

 

10.2. -12.2.07: Segeltrip Cartagena – Isla de San Andrés, Kolumbien (393 nm)

Nachdem wir jegliche Cruising Papiere für unsere Weiterreise von Manfred unserem deutschen Einklarierungsagenten erhalten hatten, lifteten wir den Anker. Wir informierten vorschriftsmässig die Küstenwache, dass wir den Hafen von Cartagena verliessen. Alle Koordinaten und Waypoints wurden eingetippt für unseren Segeltörn nach Isla de San Andrés, eine kleine 7 Meilen lange und 1,5 Meilen breite kolumbianische Insel beinahe 200 km vor der Küste Nicaragua.

Kaum passierten wir die Hafeneinfahrt, kam es mir vor, wie auf einem Schaukelpferd. Die Yacht bewegte sich mit  den Wellen, die laut gegen das Boot krachten und der Wind blies uns mächtig um die Ohren. Im Laufe des Tages verstärkte sich der Nordwind bis 28 Knoten. Fischen erübrigte sich. Bei über 3 m hohen Wellen, die übers Boot schlugen, wurden einige Fische direkt ins Cockpit geschleudert. Wir fuhren Roller Coster per excellence. Obwohl wir beide nicht anfällig auf Seekrankheit sind, wurde uns nach einigen Stunden schlecht. Mit Esswaren konnte man den sensiblen Magen nicht erfreuen. Mir war auch absolut nicht ums kochen. Ich wollte mir nicht die Pfannen um die Ohren fliegen lassen. Das innere der Yacht sah einer  Schlacht ähnlich. Alles was nicht wirklich festgebunden oder verstaut war, flog  durch die Gegend. Früchte rollten am Boden herum. Bücher waren in den Gängen verstreut. Das Duschmittel wurde auf den Boden geschleudert und  hinterliess eine schmierige Rutschbahn. Ich habe gelernt, man muss sehr flexibel sein beim Segeln und immer auf alles gefasst sein. Gemäss Wetterbericht hätte ich nie mit so rauen Wetterverhältnissen gerechnet. Tagsüber segelten wir mit 1 Reef im Hauptsegel (verkürztes Segel) und erreichten bis 9 Knoten Geschwindigkeit. Nachts beschlossen wir auf Nummer sicher zu gehen, falls sich der Wind noch verstärken würde und segelten mit 2 Reefs im Hauptsegel.  

In der 1. Nacht wimmelte es von vielen grossen Frachtern um uns herum, die sich nicht um ein kleines Segelboot kümmerten. Anscheinend galt die Regel hier nicht, dass auch grosse Frachter und Tanker ihre Richtung ändern müssten, wenn ein Segelboot ihren Weg kreuzte. Unserer Sicherheit zu liebe änderten wir einige Male unter Segel den Kurs.

Am nächsten Tag war’s wesentlich angenehmer. Wir bewegten uns Richtung Westen mit 20 Knoten Wind und hatten bei vollem Haupt- und Vorsegel bis zu 11 Knoten Geschwindigkeit. Grosse gegnerische Schiffe waren keine mehr in Sicht. Ab und zu erhielten wir eine free of charge kalte Dusche ins Gesicht von einer sich auftürmenden Welle.

Nach 50 Stunden nonstop segeln, näherten wir uns müde und abgeschlagen Isla de San Andrés mit klarem, türkis, sauberem Wasser.

 

12.2. – 16.2.07: Aufenthalt in Isla de San Andrés, Kolumbien

Die 7 Meilen lange und 1 Meile breite Insel mit ihren 100'000 Bewohnern weist herrlich weisse palmengesäumte Sandstrände mit üppiger Vegetation auf. Das Wasser ist auf der Ostküste glasklar. Korallen und Fische sind eher dünn besiedelt. Im Norden reihen sich die Hotels, für vor allem kolumbianischen Tourismus, aneinander. Einkaufsmöglichkeiten sind über Duty Free Läden zu Shoppingcentern, Boutiquen und Märkten keine Grenzen gesetzt. Grossen Spass machte es, die kleine Insel mit einem gemieteten Golf Car zu erkunden.

 

16.2.07: Segeltrip Isla de San Andrés – Isla de Providencia, Kolumbien (58nm) 

Um 6.20 Uhr mit 8 Knoten Wind von Nordost und ruhiger See verliessen wir bei Sonnenaufgang Isla de San Andrés. Mit dem Wind von vorne, war segeln nicht möglich. Dadurch motorten wir Richtung Norden zur 58 nm entfernten nächsten Destination. Kaum 2 Stunden unterwegs überraschte uns eine grosse Gruppe von ca. 30 Delfinen. Sie sprangen und schwammen von allen Seiten fern und nah auf uns zu und spielten am Bug mit den Wellen unserer Yacht. Welch freudiger Anblick! Von grossen 2,5 m Exemplaren bis kleinen 1 m Babys war alles dabei. Nach 9 Stunden kamen wir auf der grünen, hügeligen, kolumbianischen Isla de Providencia an, die nur 5000 Einwohner beherbergt. Die Küste war beeindruckend. Üppiger Palmenbewuchs, ab und zu ein schmaler weisser Sandstrand, an dem kleine Häuschen mit knalligen Farben herausstechen.

 

16.2. – 22.2.07: Aufenthalt in Isla de Providencia, Kolumbien

Mit einer begründeten Unsicherheit erwarteten wir die Behörden am darauf folgenden Tag auf unserer Yacht. Wir machten uns Gedanken, wie streng und genau wird es die Immigration nehmen. Tim’s kolumbianisches Visum war abgelaufen. Lassen sie uns auf dieser kleinen Insel kurz verschnaufen? Vor deren Erscheinen downloadeten wir die aktuellen Wettervorhersagen vom Single Side Band Radio. Die Wetteraussichten waren nicht gerade erfreulich. Eine Kaltfront sollte am Sonntag die Küste Nicaraguas, Isla de Providencia inbegriffen, erreichen und sie sollte 30 Knoten Wind und 4 m hohe Wellen von Norden mit sich bringen. Unser Weg führte nach Norden. Diese Wetterverhältnisse wünscht man sich nicht dem ärgsten Feind. Als der nette Einklarierungsagent Mr. Bush, der Capitan del Puerto und die Immigration erschienen, erklärten wir ihnen unsere Situation. Die 3 Kolumbianer waren sehr freundlich und liessen uns am sicheren Ankerplatz verweilen bis die Kaltfront vorüber war.

Die kleine, saubere Insel ist aufgeteilt in Santa Catalina mit kleinen, farbigen Häuslein, ohne Strassen, ohne Autos nur auf Wegen begehbar und Providencia mit einem kleinen Dorfzentrum, wenigen Läden mit begrenzten Einkaufmöglichkeiten. Ein Lebensmittelboot erreicht die Insel am Donnerstag. Man sollte am Freitag einkaufen gehen, denn am Montag sind viele Regale mit frischem Gemüse, Salaten und Früchten leer.

Das Wasser war sehr sauber. Der Korallenbewuchs war ziemlich karg. Viele Korallen waren abgestorben und Algen überwucherten die Felsenlandschaft. Wenige scheue Riffische waren noch zu finden.

 

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