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Stories     by Isabella in german
   

 

 

Info:

1 Knoten= 1,852 km/Std.
1 nautical mile= 1,852 km
1 land mile= 1,609 km 

  Stories  Galapagos

12.4. - 25.5.08: Aufenthalt auf Galapagos, Ecuador

Defekter Autopilot von Panama - Galapagos

29.4. - 5.5.08: Reparatur der Vormastbefestigung

15.05.08: Fisch im Motor - Wasserfilter

 

12.4. - 25.5.08: Aufenthalt auf Galapagos, Ecuador

Die 16 Haupt -, 6 kleineren Inseln und 107 Felsen des Archipelago Galapagos sind vulkanischen Ursprungs und jede Insel hat ihren besonderen Reiz. Einzigartig ist die zahme Tierwelt. Die Tiere zeigen absolut keine Angst oder Bedrängnis bei Annäherung. Am besten bereist man die Galapagos Inselgruppe per Charterboot alles Inklusive, welche die eindrucksvollsten Plätze anlaufen. Um die Inseln mit der eigenen Yacht zu besuchen, muss man tief in die Tasche greifen. Eine Bewilligung, Autografo ist erforderlich um im Nationalpark herum zu segeln (97 % ist Nationalpark) und an vorgeschriebenen Ankerplätzen zu übernachten. Diese Autografo wird je nach Grösse und Tonnage der Yacht berechnet, welche für Camissa ca. 500 US$ gekostet hätte. Pro Tag kommen weitere 200 US$ pro Person dazu. Einen Naturführer an Bord zu haben ist Pflicht.  Dafür bezahlt man weitere 200 US$, Verpflegung nicht eingerechnet. Eine einmalige Eintrittsgebühr in den Nationalpark kostet 100 US$ pro Person. Preisgünstiger sind sicher Tagesausflüge von Santa Cruz aus zu buchen und das eigene Boot vor Anker zu lassen.

Das Einklarieren mit einem Segelboot auf der Insel Santa Cruz ist ein ganz spezielle Sache. Der Hälfte der Segelyachten, bei unserer Ankunft waren es ca. 40, wurde ein Agent zum einklarieren vorgeschrieben. Für seine Gegenwart beim Einschreiben im Port Captains Büro wird dir ein Betrag zwischen 100 - 300 US$ verrechnet, je nach Wetter und Laune. Damit ist die Gebühr des Port Captains nicht beglichen. Für Camissa waren dies 175 US$. Der Maximalaufenthalt, der dir vom Port Captain gewährt wird sind 20 Tage. Je nach Stimmung, kann es auch sein, dass du nur 10 Tage erhältst. Bei der Immigration erhielten wir 90 Tage. Unser sechswöchiger Aufenthalt verdankten wir den langen Lieferfristen der Transistoren des defekten Autopiloten.

Folgenden Inseln statteten wir einen Besuch ab:

Santa Cruz ist die bevölkerungsreichste Insel. Der Hauptort Puerto Ayora mit ca. 15'000 Einwohner ist die grösste Stadt aller Galapagos Inseln. In der Charles Darwin Forschungsstation werden vom Aussterben bedrohte Riesenschildkröten gezüchtet, aufgezogen und auf ihre spätere Auswilderung vorbereitet. Tortuga Bay ist sicher einer der schönsten, weissen, längsten Sandstrände auf den Galapagos, der viele Surfer, aber auch Marine Iguanas und Seevögel anzieht.

Die flächengrösste Insel Isabela hat ihren ganz besonderen Reiz in dem verträumten Dorf Villamil mit kleinen bescheidenen Häusern, Sandstrassen und Gehsteige aus Lavasteinen. Am kilometerlangen, weissen Sandstrand kann man mit kleinen Pinguinen, Seelöwen und Meeresschildkröten schwimmen. Beeindruckend war eine Wanderung durch eine grüne Farnlandschaft zum aktiven Vulkankrater auf 1080 m des Sierra Negra, dessen letzter Ausbruch im Jahre 2005 stattfand. Der Krater weist einen Durchmesser von 11 Kilometern auf und zählt als Zweitgrösster weltweit.

Bartolome beeindruckt mit der einmaligen Lavalandschaft und seinem bekannten Pinnacle Rock. Einige wenige Pflanzen und Kakteen wachsen auf dieser Insel, die einer Mondlandschaft gleicht. Am Sandstrand tollten sich wenige Seelöwen und Pinguine.

Die absolute Sensation in Floreana war das Schnorcheln und spielen mit den zahmen Seelöwen. Sie schwammen auf dich zu, rund um dich herum, knabberten an deinen Flossen oder bissen an deinen Haaren herum. Anfassen durfte man sie nicht, gemäß den strikten Naturgesetzen, die auf den Galapagos herrschen.

North Seymour wird von hunderten brütenden Vögeln beherbergt. Vor allem sind Blaufusstölpel und Fregattevögel anzutreffen. Bei unserer Inselwanderung entdeckten wir auch Land- und Marineiguanas und wie fast überall die niedlichen Seelöwen. Meine Aufmerksamkeit widmete ich dem Balzverhalten der Blaufusstölpel. Um ein Weibchen zu beeindrucken, stolzierte das Männchen auf und ab, hob seine blauen Füsse hoch in die Luft und brachte dem Weibchen  Geschenke in Form von Nestmaterial. Direkt vor ihr blieb er stehen, hob seinen Schnabel senkrecht nach oben, drehte die Oberseite seiner Flügel nach vorne und stiess dabei hohe Pfeiftöne aus. Ich hätte diesem Ritual stundenlang zusehen können.

Das Tauchen auf den Galapagos begeisterte mich nicht sehr. Das Wasser war kühl und die Sicht teilweise nicht besser als im Schweizer Zürichsee. Anscheinend sollen die weiter entfernten Inseln Darwin und Wolf wesentlich besser zum tauchen sein. Leider sind sie nicht in Tagesausflügen erreichbar. Bei ausnahmsweise guten Bedingungen erblickten wir während eines Tauchganges ca. 6 Weisspitzenriffhaie, einen Hammerhai, einen Galapagoshai, ein Adlerrochenpärchen, Stachelrochen, grosse Schildkröten, Seelöwen und einige andere tropische Fische.

Siehe Fotos unter:  http://www.sailcamissa.com/galapagos.htm

 

Defekter Autopilot von Panama - Galapagos

Als wir uns der Insel Montuosa (Coiba), Panama näherten, erblickten wir schon von weiter Ferne hunderte von Delfinen, wie sie akrobatische Kunststücke in der Luft vorführten, während sie auf Futtersuche waren. Es verging keine Minute und 2 Thunfische bissen an unseren Angelruten an. Schnell holten wir die Leinen ein. Nach kaum einer weiteren Minute ertönte der „off course“ Alarm (nicht mehr auf Kurs) und mit dem „drivestop“ Alarm verabschiedete sich der Autopilot. Ich war überzeugt, dass Tim das nützliche Ding, das einen weiteren Crewmember ersetzt, wieder reparieren könnte. Mit seinem handwerklichen Geschick bringt er meistens alles wieder zum Funktionieren. Dem war diesmal leider nicht so. Im 3 Stunden Abwechslungtakt waren wir gezwungen,  Camissa, 750 nm (1389 km) bis Galapagos mit einem Stoppover in Cocos von Hand zu steuern. Wenn dies über Tage inkl. die Nächte dauert, kann ein Segeltrip schnell zur Horrortour werden. Nicht meinem ärgsten Feind wünsche ich einen defekten Autopiloten bei einer längeren Segeldistanz. In den 3 Stunden, an denen ich am  Helm die Yacht steuerte, war ich ans Steuerrad gefesselt. Unter Segel war es unmöglich auf die Toilette zu gehen, etwas trinken zu holen oder etwas zu essen. Ich war darauf angewiesen, dass Tim das Steuer übernahm. Nachts war es eine mühsame Sache, denn jeder brauchte seinen dringend notwendigen Schlaf, auch wenn es nur jeweils 3 Stunden waren.

In Santa Cruz angekommen, suchten wir ein Elektro - Fachgeschäft auf, um den Autopiloten zu reparieren. Uns wurde Electronautico mit dem Schweizer Geschäftsführer Hans Schiess empfohlen. Der freundliche  Elektronikerfachmann fand schnell heraus, dass der Transistor des CPU defekt war. Leider besass er keine Ersatzteile. Somit bestellte Tim sofort die nötigen Transistoren von Amerika. Tim wollte niemals mehr in die Situation kommen Camissa von  Hand zu steuern und bestellte gleich noch einen Ersatz CPU. Die Bestellung war schnell erledigt und ein Fedex Office existiert auch in Santa Cruz. Perfekt! Nun fing die Warterei an. Nach der Bestellung war das Paket 2 Tage später schon in Guayaquil, Ecuador. Dort brütete es bei den Zollbehörden vor sich hin. Johnny Romero, der Geschäftsführer des Fedex Office gab sich die grösste Mühe und telefonierte täglich nach Guayaquil. Leider wurden wir von Tag zu Tag, von Woche zu Woche vertröstet. Tim setzte sich mit Fedex Amerika in Verbindung, dass sie Fedex in Ecuador einen Tritt in den Hintern verpassen und ich telefonierte mit Fedex in Ecuador um zu erfahren, dass der Eine nicht weiss, was der Andere tut. 4 Wochen dauerte die Lieferung von Ecuador nach Galapagos. Niemand glaubte mehr daran, dass wir den Pazifik überqueren würden. Wir glaubten auch nicht mehr daran. Fazit: Lass dir auf Galapagos nichts einfliegen, dass du nicht UNBEDINGT brauchst, andernfalls benötigst du viel Zeit und Nerven! Die langen Liefer- und Wartezeiten seien anscheinend normal. Dazu kommen noch ca. 50 % Importduty (Zoll). Am Freitagabend konnten wir das Paket abholen, am Samstagabend wurde der Transistor von Hans Schiess repariert. Am Montag holten wir den CPU ab und Tim baute ihn wieder in Camissa ein. Ach wie erleichternd, der Autopilot funktionierte! Am Dienstag segelten wir von Santa Cruz los. Oh, oh unterwegs bemerkten wir, dass die ganze Kalibrierung gelöscht  war. Somit legten wir in Isabela einen Stopover ein und lösten auch dieses Problem. Nun galt es aber ernsthaft. Die grosse Pazifikbesegelung stand bevor. Wie ärgerlich, als der reparierte Autopilot nicht einmal 24 Stunden funktionierte. Glücklicherweise hatten wir diesmal einen Ersatz. Tim arbeitete einen ganzen Tag daran, den neuen CPU des Autopiloten auf hoher See einzubauen und ich handsteuerte Camissa einmal mehr. Nach harter Arbeit und Kabelsalat funktionierte das Ding sogar. Ohne Autopilot wäre ich keinen Meter mehr Richtung Westen gesegelt. 

 

29.4. - 5.5.08: Reparatur der Vormastbefestigung

Mit einem offenen Toggle (Befestigung vom Vormast zum Hauptmast) sind wir auf den Galapagos angekommen. Zum Glück segelten wir bei wenig Wind, denn bei viel Wind hätte der Bolzen wahrscheinlich nicht gehalten und beim herausfallen, wäre uns ziemlich sicher der ganze Hauptmast umgefallen.  Wir merkten diese Bescherung erst auf Galapagos bei einer Kontrolle, ansonsten wäre es ein Trip, wie auf Eiern spazieren, gewesen.

Marsch durch Santa Cruz mit Vormast

Der hilfsbereite Bruder von Hans, Peter Schiess von Galapagos Ocean Sevices vereinbarte ein Treffen mit Benigmo und die Operation Toggle wurde organisiert. Mit einer Spezialbewilligung durften wir im Nationalpark in einer ruhigen Bucht ankern, damit wir den Vormast lösen und herunter nehmen konnten.  Mit einem Wassertaxi wurde der Vormast nach Puerto Ayora gefahren. 7 Fenders sorgten dafür, dass der Mast an der Oberfläche schwamm. Dort wurde der Vormast aus dem Wasser gezogen und mit 7 Leuten durch die Stadt zu der Schweisserei Mecanico Gaillardo getragen. Welch Top Einsatz und professionelle Arbeit wurde geleistet. Der Toggle wurde noch am gleichen Tag von Louis wieder in die richtige Form geschmiedet. Eine zusätzliche Verstärkung wurde angeschmiedet, denn die Kraft und Last, die der Toggle auszuhalten hat ist enorm. Genau wie der Vormast in die Schweisserei kam, wurde er wieder zurück auf Camissa transportiert.
Die Befestigung des Hauptmasten musste gelöst werden, um ihn nach vorne zu biegen, damit der Vormast wieder eingehängt werden konnte.

Offener Toggle

Reparierter Toggle

Togglebefestigung

Tim blieb nichts anderes übrig, als den Hauptmast hinaufzuklettern und in einer etwas wackeligen, unsicheren Situation zu arbeiten. Mit 3 Seilen über die Winsch gespannt wurde der Vormast gestreckt, damit er eingehängt werden konnte.  Nach 1 Woche nonstop arbeiten war die Operation Toggle erfolgreich abgeschossen und Camissa wieder segelklar. Ich staunte, was auf einer Insel ohne Marina in so kurzer Zeit alles möglich ist. Man muss nur die richtigen Leute kennen.

 

15.05.08: Fisch im Motor - Wasserfilter

Camissa besitzt zwei Inbordmotoren. Diese werden bei Betrieb über eine Pumpe mit einem Kühlungsschlauch von 2,5 cm Durchmesser mit Salzwasser gekühlt. Als Tim mit der Demontage des Alternators beschäftigt war, fiel ihm auf, dass sich etwas im Wasserfilter bewegte. Er traute seinen Augen nicht und wollte von mir hören, was da im Filter herum schwimmt. Ich glaubte, ich spinne, aber da drehte tatsächlich ein etwa 5cm langer Pufferfisch seine Runden, der durch den Kühlungsschlauch hinein gelangt sein muss. Der Kleine konnte noch nicht lange drin gewesen sein, denn er war noch recht aktiv. Tim schraubte schnell den Deckel ab und nahm den Filter heraus, damit der Fisch wieder in sein Element entlassen werden konnte. Nun war Tim auch klar, warum anfangs Woche der Generator und die Toilette nicht mehr funktionierten. Erst als er mit Hochdruck die Leitungen rückspülte, löste sich ein Vakuum. Tim ist zu 100 % überzeugt, dass Pufferfische die Ursache waren. Sachen gibt’s, die könnte man nicht erfinden!

 

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