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Stories     by Isabella in german
   

 

 

Info:

1 Knoten= 1,852 km/Std.
1 nautical mile= 1,852 km
1 land mile= 1,609 km 

   Stories  Guatemala

4./5.4.07: Segeltrip Roatan, Honduras – Livingston, Guatemala

5. 4. - 9.4.07: Motortrip Livingston – Fronteras, Guatemala

9.4. - 25.4.07: Aufenthalt in Fronteras, Guatemala

25./26.4.07: Flussfahrt Fronteras – El Golfete – Livingston, Guatemala

8.7. - 23.12.07: Aufenthalt und Reisen in Guatemala

 

4./5.4.07: Segeltrip Roatan, Honduras – Livingston, Guatemala (130nm)

Nachdem sich der starke Wind, der uns einige Tage um die Ohren wehte, auf 18 Knoten reduzierte und das Meer sich nur noch 4-5 feet aufbäumte, segelten wir von West End weiter nach Westen Richtung Guatemala. Der Wind kam direkt von hinten. Da unser Spinacker Segel zerrissen war, entschied Tim mit dem Asymetric Spinacker zu segeln. Wie herrlich bei 6 – 7 Knoten Geschwindigkeit und ruhiger See entlang zu segeln. Der Wind schwächte sich nach einigen Stunden auf 12 Knoten ab. Tim wurde es richtig langweilig so entlang zu trödeln. Kein Wunder, er als Berufs Schnellboot Rennfahrer. Mir gefiel es umso mehr. Kein Donnern und Krachen der Wellen, die hart gegen Camissa schlugen und zur Abwechslung keine Berg- und Talbahnfahrerei.

Nach Mitternacht fiel der Wind völlig zusammen und wir motorten entlang. Bei der Hafeneinfahrt um Puerto Cortez herrschte reger Bootsverkehr. Wir passten höllisch auf, dass uns die gegnerischen Boote nicht zu nahe kamen. War ziemlich anstrengend, da der Radar seit Nicaragua ausgestiegen war und wir dadurch die Entfernung mit blossem Auge schätzen mussten.

Nach 24 Stunden Motor-Segeltrip ankerten wir an der Eingangspforte des Flusses Rio Dulce in Livingston, Guatemala.

 

5. 4. - 9.4.07: Motortrip Livingston – Fronteras, Guatemala (21nm)

Als wir in der farbenfrohen Karibikstadt Livingston jegliche Formalitäten mit den freundlichen Behörden, wie Port Captain, Immigration, Zoll und Gesundheitskontrolle geregelt hatten, lifteten wir den Anker und motorten auf dem Rio Dulce ins Landesinnere flussaufwärts. Wir fuhren 6 Meilen durch eine spektakuläre Landschaft. Beidseitig des Flusses erhoben sich über 100 m steile, teilweise senkrechte Dschungelwände. Undurchdringbare saftige - güne tropische Wälder bis an die Spitze. Wirklich einmalig! Durch Semana Santa (Osterwoche) herrschte reger Bootsverkehr flussauf- und abwärts. Viele Mayas Indianer paddelten mit ihren Kanus dem Ufer entlang. Da und dort kamen wir an einfachen Strohhütten vorbei. Nach der Flussfahrt mündete der Rio Dulce in einen See, dem El Golfete. Da wir vor Einbruch der Dunkelheit unser Ziel, das kleine Dorf Fronteras nicht erreicht hätten, ankerten wir in Gringo Bay. Zu meiner Freude ankerten in dieser kleinen Bucht noch andere Cruiser. Wir wurden von den Behörden gewarnt, nirgends alleine zu übernachten, wegen eventueller Überfälle. Uns wurde abgeraten, während der Ostertage nach Fronteras zu reisen, da sowieso alles ausgebucht wäre und die reichen Guatemalteken mit ihren Schnellbooten und Bodygards den Fluss rauf unter runter rasen. Falls man denen nicht schnell genug aus dem Weg kam, wurde scharf geschossen. Raue Sitten herrschen in diesem Land, wo es ganz normal ist, dass viele Leute mit Shotguns (Schrotflinte mit kurzem Lauf) herumlaufen. Wir sind ja friedliebend und wollten in keine Schiesserei verwickelt werden, so verweilten wir über Ostern auf dem 10 Meilen langen Golf.

Mit dem Dingi erkundeten wir die interessante Umgebung und staunten wie primitiv die Maya Indianer in den tropischen Wäldern in einfachen Strohhütten lebten. Die Kinder vergnügten sich im Fluss, die Mütter bereiteten Essen zu und kochten auf offenen Feuerstellen, während die Väter auf Fischfang waren.

Nachts war es richtig unheimlich durch die verschiedenen ungewohnten Geräusche. Frösche quakten, Grillen zirpten, Fledermäuse flogen herum und viele sonstige undefinierbare Geräusche liessen es mich kalt den Rücken runter laufen. Inmitten im Dschungel erhellten nur die Milliarden von Sternen und der Mond die Nacht.

Nach den Ostern motorten wir durch den Golf bis sich der Fluss wieder verschmälerte und wir in Fronteras eintrafen. Es fehlte nicht an vielen kleinen Läden, einfachen Hotels, Restaurants und Strassenmärkten. Hier gab’s sogar wieder Autos zu sehen. Denn der gesamte Rio Dulce ist nur per Boot erschlossen. Auf der gegenüber liegenden Seite befand sich El Relleno. Die beiden Ortschaften waren verbunden durch eine massive 90 feet hohe Betonbrücke.  Nach dieser Brücke erreicht man den grössten See Guatemalas, der Lago Izabal mit 590 km2.

 

9.4. - 25.4.07: Aufenthalt in Fronteras, Guatemala

In der Nähe von Fronteras und El Relleno entlang dem Rio Dulce reihen sich die vielen Marinas. Sie sind teilweise sogar ausserhalb der Hurrikanzeit voll gestopft mit Segelbooten. Kein Wunder, Rio Dulce ist der bekannteste und sicherste Einstellplatz für Boote in der Karibik während der Hurrikanzeit von Juni bis November. Somit erkundigten wir uns natürlich auch für eventuelle Plätze und Preise. Da Camissa 220 Volt benötigt, war es nicht ganz einfach eine Anlegestelle zu finden. Wir trafen Indy, der "starke" Australier, der uns an seinem gemieteten Privatbesitz anlegen offerierte. Er besitzt 2 kleine, extrem gefährliche Bullterrier Securityhunde auf dem Grundbesitz. Als Indy eines Abends nach Hause kam, fand er alles blutverschmiert vor und einen abgebissenen Finger herumliegen. Zum Glück schlossen uns die Hunde gleich ins Herz. Mit kleinen Leckerbissen erreicht man viel....

Wir verbrachten unsere Zeit mit kleineren Reparaturen, Service-, Unterhalts- und Reinigungs-arbeiten an Bord, Visumsformalitäten für mein Belizevisum, für das wir nach Guatemala City reisen mussten, Proviantbestellungen und Einkäufe, denn die Einkaufsmöglichkeiten in Belize seien nicht allzu hervorragend, Planung und Routenbestimmung für Belize.

Ab und zu unternahmen wir kleinere Exkursionen mit dem Dingi dem Rio Dulce entlang und besuchten das Castillo San Felipe, eine alte Festung vom 16. Jh, die dazu diente den britischen Piraten die Zufahrt in den Lake Izabal zu blockieren. Casa Perico,  erreichbar per Boot, ist eine beeindruckende Feriensiedlung mitten im Dschungel von 3 Schweizern geführt. Ein Besuch wert war auch die kleine Insel mitten auf dem Fluss, belagert von nistenden Vögeln auf Kakteen überwachsenen Bäumen.

 

25./26.4.07: Flussfahrt Fronteras – El Golfete – Livingston, Guatemala (23 nm)

Mit dem Erhalt meines Belize Visums, reichlicher Provianteinkauf, auffüllen von Diesel, Benzin und Gas, Service der Motoren war die Weiterreise gesichert. Wir verliessen Fronteras mit Indy, Lindsay, 4 Gästen und deren Katamaran, bei denen wir während unseres Aufenthaltes in Fronteras mit unserem Katamaran angedockt waren. Nach einer etwas schaukligen Durchfahrt des kleinen Sees El Golfete ankerten wir in Gringo Bay. Intensive Wasserskifahrversuche stimmten uns hungrig und wir verbrachten einen lustigen Abend bei einem feinen Nachtessen von Kapitän Indy zubereitet.

Am folgenden Morgen planten wir um 6.00 Uhr den Fluss hinunterzufahren. Durch die deftige Party am Vorabend wurde erst um 7.00 Uhr losgefahren. Auf der beeindruckenden Flussfahrt war ich beauftragt Werbefotos von deren Katamaran zu knipsen. Mit Vergnügen führte ich dies aus. Der grosse, wuchtige Katamaran sah so winzig aus, am Fusse der riesigen Dschungelberge. Die vielen Vögel, vor allem Störche und Enten waren schon fleissig auf Futtersuche. Nach knappen 2 Stunden erreichten wir die Karibikstadt Livingston um uns bei der Immigration auszustempeln und die Weiterreisebewilligung für Belize in Empfang zu nehmen. Hier trennten sich unsere Wege. Indy mit Besatzung nahm Kurs auf Isla Mujeres in Mexiko. Wir hatten Sapodilla Cay im Visier, der Anfang des grossen Barrierreefs von Belize. Segeln war leider nicht angesagt, da der Wind direkt von vorne kam. Glücklicherweise wehte es nur bis zu 15 Knoten.

 

8.7. - 23.12.07: Aufenthalt und Reisen in Guatemala

Guatemala ist ein beeindruckendes Land mit extrem unterschiedlichen Landschaften und einzigartigen archäologischen Schätzen. Farbenfrohe Märkte, Feste mit Marimba Musik und religiöse Prozessionen sind ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens.

Guatemala weist einige bezaubernde Naturschönheiten auf, zu denen im Hochland der berühmte 400 m tiefe Lago de Atitlan mit denen sich majestätisch erhebenden 3 Vulkanen San Pedro (2595m), Toliman (3134m) und Atitlan (3537m) gehört. Die Farbe des Wassers wechselt je nach Tageszeit, Wind und Strömung. Am Ufer des 1562 m hoch gelegenen Sees reihen sich 13 Dörfer mit fast ausschließlich indigener Bevölkerung aneinander. Wir verbrachten 2 Tage im luxuriösen Hotel Atitlan in Panajachel, das eine herrliche Sicht auf den See mit den Vulkanen bietet.

Die An- und Rückreise per Touristenbus von Antigua nach Panajachel war sehr speziell. Wir fuhren durch das imposante Hochland mit Vollgas auf holperigen Strassen und staubigen Wegen. Seitlich gab’s keine Strassenabschrankungen, obwohl unser Weg mehreren hundert Metern senkrechten Abhängen entlang führte. Zu unserer Beruhigung erfuhren wir, dass die Chauffeure der Touristenbusse „gute Fahrer“ sind. Nur bei den bekannten, bunten Chickenbussen kommt es öfter vor, dass sie über die Klippen rasen. Durch einen Unfall war es uns nicht möglich die „relativ“ sichere Strasse zurück nach Antigua zu wählen. So fuhren wir mit Polizeieskorte eine kürzere, idyllische Strasse durch die Hochebene. Während der Busfahrt unterhielt ich mich mit einer gebildeten Guatemaltekin der oberen Schicht. Es war überaus interessant Insiderkenntnisse von Land und Leuten zu erfahren. Sie klärte mich gleich auf, dass ich mich nur nicht allzu sicher fühlen soll, wenn wir von der Polizei begleitet werden. Denn die Banditen und die Polizei stecken oft unter einer Decke. Raubüberfälle sind auf dieser Strecke üblich und der Ertrag wird dann von Räubern und Polizei geteilt. Die Polizei deckt die Kriminellen, damit ihnen und ihren Familien nichts zustößt. Glücklicherweise wurden wir nicht ausgeraubt!

Von Panajachel ist es nicht weit nach Chichicastenango. Dort wird jeden Donnerstag und Sonntag der berühmteste Markt in Guatemala abgehalten. An diesen Tagen strömen unzählige indianische Händler und massenweise Touristen nach Chichi. Auf der großen Plaza und in den Seitengassen findet man dicht gedrängt einen Stand nach dem anderen mit Textilien, Keramiken, Holzmasken, Schmuck, Gemüse, Blumen und vieles mehr, die von den Indigenos angeboten werden.

Der Rio Dulce mit dem größten See Guatemalas Lago de Izabal weist zahlreiche Reservate und Naturschutzgebiete auf. Überall befinden sich kleine Inseln, die als Nistplätze für die zahlreichen Vögel gelten. Sogar die drolligen Manatees kann man im Golfete beobachten, wenn man genügend Geduld mitbringt, denn sie sind sehr scheu. Fronteras auch Rio Dulce genannt war für einige Monate unser Aufenthaltsort, während der Hurrikanzeit. Die Einkaufsmöglichkeiten vor allem an frischem Gemüse und Früchten waren ausgezeichnet und dies sogar an 2 Tagen die Woche. Mit meinen Spanischkenntnissen kam ich sogar in den Genuss der tiefen einheimischen Preise. Wenn man Englisch spricht, kostet vieles das Doppelte oder 3-fache.  Jeweils Mittwochs und Samstags war reges Treiben in dem Dörflein Fronteras, denn beidseitig der Strasse verkauften die Händler von ihren Ständen und Autos herunter ihre frischen Waren. Zum Chaos kam es oft, wenn sich auch noch die riesigen Lastwagen und Busse durch die engen Gassen zwängten.

Wir gewöhnten uns bald daran, dass hier viele Leute mit geladenen Schrotflinten und Pistolen herumlaufen. Jede Marina hat ihre schwer bewaffneten Securitygards (Sicherheitsbeamte). Nachts hält man sich mit Vorteil zu Hause auf. In einer Nachbarmarina schlich eine Person auf einem Boot herum. Er wurde vom Security auf der Stelle erschossen. Natürlich endete der Security nicht im Gefängnis wegen Mord. Er tat nur seine Pflicht.

In Rio Dulce war es sogar möglich die schwer beladene ca. 18 Tonnen Camissa mit einem Lift aus dem Wasser zu fahren, um ihr einen neuen Antifoulinganstrich zu verpassen. In 4 Tagen war sie durch die professionelle Arbeitstruppe von Astillero Magtalena wieder im Wasser. Das Resultat war ausgezeichnet. Nicht selbstverständlich für Arbeiter in Guatemala.

Vorher    Nachher    Frisch gestrichen zurueck in den Rio Dulce

Als Tim einen professionellen Fieberglas Polierer anstellte, war jener so in seine Arbeit vertieft einen Kiel zu polieren, dass er nicht realisierte, dass er dabei mit dem Dingi andauernd an einem Pfosten ein Loch ins Gummimaterial bohrte. Die Folge davon keine Luft mehr im Dingi (Schlauchboot). Dies war der 1. Arbeitstag. Am 2. Arbeitstag polierte er die Eingangsfront von Camissa. Dabei beschädigte er mit der Poliermaschine den Stromzugang. Die Folge davon, ein  Brand im Elektrostecker wurde ausgelöste. Glücklicherweise war Tim gerade auf dem Boot und reagierte blitzschnell um den Brand zu löschen. Wutentbrannt kündigte Tim dem allesbesserwisser Guatemalteken fristlos.

Die Hochebene El Peten (siebtgrösster tropischen Regenwald der Erde) liegt im Norden des Landes, eine undurchdringbare Wildnis mit dichten Hartholzwäldern. Der Parque Nacional Tikal in Peten beherbergt die schönste und bedeutendste archäologische Stätte des Landes mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Mit den beinahe 64 km2 war das Siedlungsgebiet von Tikal die größte zusammenhängende Fläche des gesamten Maya Gebietes. Es gibt mehr als 3000 einzelne Baustrukturen, wie Tempel, Paläste, Plazas, Bäder, Wasserreservoirs und sogar Steinwohnhäuser. Was mich jedoch noch mehr beeindruckte war der undurchdringbare Dschungel mit den ungeheuerlichen Geräuschen, in dem Tikal liegt. Am frühen Morgen bei Sonnenaufgang erwachte auch die ganze Tierwelt. Wir erblickten 2 Tukane auf dem Kapokbaum (heiliger Baum, symbolisiert für die Maya die Weltachse und die Verbindung zum Himmel), farbenprächtige Aras, die kreischend herumflogen, Pfauentruthähne, die den Dschungelweg daherwatschelten, Nasenbären, fleißig auf Futtersuche, drollige Klammer- und Brüllaffen, die elegant von Baum zu Baum sprangen. Den prächtigsten Vogel und auch das Wappentier von Guatemala, der Quetzal findet man nicht in Tikal. Man trifft diesen seltenen grünen Vogel mit den langen Schwanzfedern in Copan an.

Flores, die Hauptstadt des Departemento Peten liegt auf einer kleinen Insel im Lago de Peten-Itza und ist mit den zahlreichen ausgezeichneten Restaurants, Hotels und Reiseagenturen das touristische Zentrum der Region, sowie der Ausgangspunkt für die Besichtigung der Maya Stätte Tikal.

Die Metropole Ciudad de Guatemala ist der Inbegriff für hunderte von Bußen und tausende von Autos verursachte Luftverschmutzung, Verkehrschaos (ohne Grund standen wir einmal für 3,5 Stunden im Stau), ineffiziente Verwaltung, stetig zunehmende Raubüberfälle und Morde, korrupte Polizei, schnell wachsende Slums in den Vororten sowie krasse soziale Unterschiede. Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Strassen ausgestorben. Der Besitz von Schuss- und Stichwaffen ist landesweit verbreitet, die Hemmschwelle zum Waffengebrauch niedrig. Etwas sicherer sind die wohlhabenden Viertel Zone 9,10, und 14, wo wir uns hauptsächlich aufgehalten haben. Das Schönste an dieser Hauptstadt ist das Klima auf 1500 m über Meer. Es herrschen meist frühlingshafte Temperaturen um die 15 –20 Grad.

Apropos Korruption, die gibt’s natürlich nicht nur in Guatemala, sondern auch in Honduras: Als die neuen Segel in San Pedro Sula in Honduras eintrafen war es unmöglich die Segel nach Roatan weiterzusenden. Kurz entschlossen fuhren wir per Bus nach Honduras um die neuen Segel abzuholen. Die Behörden forderten 2500 US$ Tax (Steuer). Dies wäre mehr als 50 % des Wertes der neuen Segel. Als Boot in Transit muss man offiziell gar nichts bezahlen. Nach 2 Tagen non Stopp verhandeln, kamen wir mit 300 $ Schmiergeld ohne offizielle Einklarierung davon. Sicher hätten wir darauf bestehen können nichts zu bezahlen. Es ist eine Zeitfrage bis wir die Segel bekommen hätten.

Für die Reise nach Honduras hätten wir von einem Bekannten ein Auto zur Verfügung gehabt. Uns wurde jedoch dringend abgeraten mit einem Privatauto nach Honduras zu reisen. Vor Weihnachten wimmelt von Grosskontrollen. Die Polizei verpasst dir eine Busse ohne Grund. Falls du dich weigerst zu bezahlen, landest du im Knast. Wahrscheinlich nicht gerade angenehm mit Kackalacken  und Ratten das Bett zu teilen.

Eine der schönsten barocken Städte Lateinamerikas ist die ehemalige Hauptstadt Antigua, ein kolonialzeitliches Juwel. Antigua ist ein architektonisches Meisterwerk mit Palästen, Schatten spendenden Plazas mit gepflegten Grünanlagen, pastellfarbenen Fronten restaurierter Adels -und Bürgerhäuser, wieder aufgebaute Kreuzgänge in Klostern, reich mit feinen bemalten Stuckreliefs dekorierte Kirchenfassaden liegen zu Füssen zwischen den Vulkanen Agua (3766m), Acatenango (3976m) und dem noch aktiven Fuego (3763m). Am 8. August hatten wir das Glück ein sensationelles Feuerwerk vom Vulkan Fuego zu bestaunen. Er schoss Lava mehrere hundert Meter in die Luft hinaus, das glühend den Berg herunter floss. Es war ein einmaliges Schauspiel zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Der Umgang mit den einheimischen Kindern ist mit Vorsicht zu genießen. Kinderfotos sind nur an Touristenorten ungefährlich. Kindesentführungen stehen an der Tagesordnung. Die Kinder werden für teueres Geld verkauft, umgebracht, um die inneren Organe weiter zu verkaufen.

Auch mit einem Schweizer Pass lebt es sich gefährlich. Anfangs Dezember wurde wieder ein Schweizer entführt, Lösegeld verlangt, das auch bezahlt wurde und er wurde trotzdem erschossen. Zum Glück habe ich eine bonairianische ID, somit gab ich mich nur noch als Bonairianerin aus.

Ein grosses Problem in diesem Land sind die unzähligen, vielfach illegalen Adoptionen. Frauen dienen als Gebärmaschinen. Die Babys werden ins Ausland für bis zu 40’000 US$ verkauft. Es gibt Familien, die jedes Jahr ein Kind produzieren, verkaufen und davon bestens leben können.

Siehe Fotos von Guatemala unter:  http://www.sailcamissa.com/guatemala.htm

 

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