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Stories     by Isabella in german
   

 

 

Info:

1 Knoten= 1,852 km/Std.
1 nautical mile= 1,852 km
1 land mile= 1,609 km 

   Stories  Honduras

22.2. – 23.2.07: Segeltrip Isla de Provedencia – Cayos Vivorillo, Honduras

23.2. – 26.2.07: Aufenthalt in Cayos Vivorillo, Honduras

26.2. – 27.2.07: Segeltrip Cayos Vivorillo – Isla de Guanaja, Bay Islands, Honduras

27.2. – 11.3.07: Aufenthalt in Isla de Guanaja, Bay Islands, Honduras

11.3.07: Segeltrip Guanaja – Roatan, Bay Islands, Honduras

11.3. – 4.4.07 Aufenthalt in Roatan, Bay Islands, Honduras

23.3.07: Motortrip Roatan Barefoot Cay – West End, Honduras

 

22.2. – 23.2.07: Segeltrip Isla de Provedencia – Cayos Vivorillo, Honduras (195nm)

Obwohl unsere Frischvorräte dem Ende zugingen, wollte Tim nicht bis Freitag warten, um unsere Einkäufe zu tätigen. Als sich Wind und Wellen etwas beruhigten, wollte er keinen Tag länger bleiben, da er ja eigentlich illegal auf der Insel war. Bei 22 Knoten Wind und 2 m hohen Wellen segelten wir weiter.  Wir segelten hart am Wind bei unruhigem Seegang. Die Wellen krachten laut zwischen den beiden Kielen des Katamarans hindurch. Die Strömung, die uns zuerst nach Osten drückte, änderte nach einigen Stunden die Richtung nach Westen. Vor Einbruch der Dunkelheit gab der Radar den Geist auf. Toll…! Unsere Strecke führte durch viele kleine Inseln zwischen der Miskitos- und Gorda Bank in Nicaragua Gewässern hindurch. Ohne Radar mussten wir uns nachts zu 100 % auf unser Charts (Seekarten) und den Chartplotter Computer verlassen. Dies war ein ziemlich unsicheres Gefühl. Glücklicherweise stimmten die Charts und wir erreichten am Morgen die Cayos Vivorillo in Honduras.

 

23.2. – 26.2.07: Aufenthalt in Cayos Vivorillo, Honduras

Die Cayos Vivorillo bestehen aus 3 kleinen Inseln. Auf der Fischerinsel befanden sich einige hohe Palmen und einfache Hütten für die Fischer, die in den Cayos eine Saison lang arbeiteten. Auf der 2. Insel begann jemand ein Zementhaus zu bauen, dass nie fertig gestellt wurde. Kein Wunder, der Eigentümer realisierte bald, dass diese Insel schon bewohnt war von tausenden kleinen Blutsaugern. Die winzigen, hungrigen Sandfliegen suchen 24 Stunden lang nach Beute. Die Bisse jucken um ein Vielfaches mehr als Mückenstiche. Die 3. Insel ist von hunderten Vögeln bewohnt. Vor allem Fregattvögeln, aber auch Pelikane und Boobies nisten auf dieser steinigen Insel mit einigen Büschen.

Wir ankerten in der Nähe der Vogelinsel. Es war herrlich, diesen majestätisch fliegenden Fregattvögeln zuzuschauen, wie sie sich stundenlang von den Windböen tragen liessen ohne einen Flügelschlag.

Mehrere Fischer statteten uns einen Besuch ab. Die überaus freundlichen Fischer schenkten uns einen grossen Red Snapper (ausgezeichneter essbarer Fisch). Sie akzeptierten keine Bezahlung. Gefragt wurde nach nach Bier, Rum, Sodas, Medikamenten und Vitamintabletten. Alkohol haben wir nicht an Bord, aber mit den anderen Sachen konnten wir ihnen aushelfen. Täglich fuhren die 7 Boote zu ihren Fangnetzen hinaus und fingen 15-20 Haie jeglicher Art, die für gutes Geld nach Fernost vor allem Japan verkauft wurden. Natürlich wird auch alles Andere für den Eigengebrauch gefangen.

 

26.2. – 27.2.07: Segeltrip Cayos Vivorillo – Isla de Guanaja, Bay Islands, Honduras(153nm)

Das Meer war wie ein flacher Teppich. Wir segelten downwind mit dem grossen Spinackersegel bei 13 Knoten von SE. Gegen Abend verstärkte sich der Wind auf 20 Knoten. Wir nahmen das Spinackersegel herunter und montierten den Pole, eine lange Aluminiumstange, damit wir das Vorsegel besser nutzen konnten, mit dem Wind im Rücken. Es war schon dunkel, als wir merkwürdige Geräusche und Schatten am Bug vorne wahrnahmen. Sofort wurde nachgeschaut. Im Dunkeln schossen eine Gruppe Delfine wild herum, die wahrscheinlich auf der Jagt nach Futter waren. Ich dachte, Delfine schlafen nachts. Irrtum, ich liess mich eines besseren belehren!

Die Nacht war herrlich. Der Mond schien zu 66 % und Milliarden von Sternen funkelten. Um 3.00 Uhr wurde es finster. Der Mond verschwand. Ich liebte die Nachtwache mit Vollmond und mir graute jedes Mal vor der Wache an dem es keinen Mond hatte. In der dunklen Nacht ist es manchmal richtig unheimlich. Man hört das Tosen und Krachen der Wellen und die Bewegung des Segels viel lauter als am Tage. Man sieht einfach nicht, ob am Bug ein Hindernis schwimmt. Ach wie herrlich, wenn die Sonne den Tag erreicht und erst noch mit einer Begleitungseskorte von einigen Delfinen.

Nach 24 Stunden erreichten wir, zur Mittagszeit, die hügelige, grüne Insel Guanaja.

 

27.2. – 11.3.07: Aufenthalt in Isla de Guanaja, Bay Islands, Honduras

Guanaja ist sehr speziell, ohne Strassen, ohne Autos, ohne mehrstöckige Häuser, ohne Massen-Tourismus. Die Hügel sind mit Tannenbäumen bedeckt. In den höheren Ebenen sind nur noch die Baumstämme übrig. Als Hurrikan Mitch 1998 Guanaja heimsuchte, richtete er grossen Schaden an, der bis heute noch viele Spuren hinterlassen hat. Die Hauptinsel ist sehr dünn besiedelt. Dies ist verständlich, denn sie wird belagert von kleinen, blutsaugenden Monstern, die man Sandfliegen oder „No see’ems“ nennt.  Der Grossteil der Bevölkerung lebt auf einem nahe gelegenem Cay (kleine Insel). Die Häuser sind aneinander gebaut und stehen zum Grossteil auf Holzstützen im Wasser. Die engen Gassen und die Wasserkanäle erinnern an Venedig. Nur hat es auf dieser kleinen Insel keinen Platz für eine Piazza. Weder auf der Hauptinsel noch auf dem kleinen Cay gibt’s Autos. Fortbewegungsmittel sind Motorboote oder Paddelboote. Die Bevölkerung ist sehr freundlich und hilfsbereit. Jeweils am Freitag kommt das Lebensmittelboot von La Ceiba, dem Festland Honduras. Am Freitagnachmittag herrscht viel Betrieb. Mann und Frau, klein und gross, alt und jung ist auf Einkaufsbummel. Da wir uns nur noch von Tiefgefrorenem, Büchsen und Vitamintabletten ernährten, warteten wir sehnsüchtig auf das Verpflegungsboot und kauften mit grosser Freude Salat, Gemüse und Früchte ein.

Das Wetter war vielfach bewölkt und regnerisch. Chaotisch wurde es, als eine Kaltfront über uns hinweg zog. Dies verursachte viel Wind und Regen. Der Wind war so unberechenbar und wehte und drehte uns von allen Himmelrichtungen um die Ohren. An einem Tag mussten wir 5 Mal umankern, damit wir nicht mit Camissa am Sandstrand gestrandet wären.

Am Ankerplatz fand sich eine nette Cruisingcomunity ein, die alle auf "sanfteres" Wetter warteten. Dies gab Gelegenheit einige nette Segler von aller Welt kennen zu lernen. Im Restaurant Manatis mit deutschen Managerpaar, das sich am Ankerplatz befand, genossen wir köstliche, deutsche Küche und wertvolle Informationen unter den Seglern wurden ausgetauscht.

Der absolute Höhepunkt war ein ca. 2,5 m Delfin an unserem Ankerplatz. Es war berauschend dem Delfin zuzuschauen. Wie er einige Meter neben unserer Yacht gemütlich und in einer absoluten Gelassenheit und Ruhe auftauchte, die restliche Luft geräuschvoll ausatmete und einen neuen Atemzug nahm und in der Tiefe verschwand. Es ging keine Minute vorüber und schon war er wieder an der Oberfläche um einen Atemzug zu holen. Tim versuchte ihn aus der Nähe zu betrachten und sprang ins Wasser. Der Delfin liess Tim nicht näher als 2 m an ihn rankommen.

Tauchen muss hier sicher sehr beeindruckend gewesen sein, bevor die Insel von Hurrikan Mitch getroffen wurde und die Riffe von den Fischerflotten völlig leer gefischt waren. Viele Fischerboote fahren nicht mehr aufs Meer hinaus, denn mit dem Fang können kaum Benzin und die Crew bezahlt werden. Erfreulicherweise sahen wir an einigen Riffen, wie viele Korallen überlebten und sich gut erholten.

 

11.3.07: Segeltrip Guanaja – Roatan, Bay Islands, Honduras (38nm)

Bevor die nächste Kaltfront Guanaja erreichte, setzten wir unsere Reise fort Richtung Westen nach Roatan. Bei sonnigem Wetter und einer angenehmen Brise von 16 Knoten Ostsüdostwind entschied Tim, dass wir das grosse Spinnackersegel setzten. Das Dingi hatten wir im Schlepptau, da die Distanz nicht allzu so gross war und ein geringer Wellengang herrschte. Der Angelrute wurde eine selbst gebastelte Lure verpasst und los ging’s. Nach kurzer Zeit drehte der Wind nach Ostnordost. Dadurch waren wir gezwungen das Spinnackersegel wieder herunterzunehmen und auf der anderen Seite zu befestigen. Beim Aufziehen des Spinnakers kreuzten sich die beiden Zugleinen. Tim versuchte mit einem Steuermanöver das Segel zu drehen. Der Wind hatte jedoch an Stärke zugenommen und es war nicht möglich das Segel richtig zu setzen. Somit musste die Hülle wieder über das Segel gestülpt werden. Dies war gar nicht so einfach mit den verzettelten Leinen. Mit laufendem Motor und Fahrt in den Wind, versuchten wir das Segel zum Kolabieren zu bringen. Bis zur Hälfte war die Hülle übergezogen. Dadurch waren die Leinen nicht mehr gespannt und eine seitlich befestigte Leine endete im Wasser. Auf einmal piepste der Steueralarm, dies bedeutete die Yacht war manövrierunfähig. Wir wussten sofort, was geschehen war. Eine der Leinen hatte sich um den Propeller gewickelt. Tim versuchte die Hülle so schnell wie möglich herunterzuziehen. Die Windböen machten ihm die Arbeit nicht gerade einfach und zerriss das Segel. Ich nahm beide Zugleinen des Dingis in der Mitte zusammen und rollte die Angelrute so schnell wie möglich ein, damit diese nicht auch noch im Propeller landen.  Tim hatte in der Zwischenzeit die Hülle vollends über das Segel gestülpt. Der Motor war abgestellt und ohne zu zögern sprang Tim mit Maske, Schnorchel und Flossen über Bord. Durch seine hervorragende Ausdauer seinen Atem anzuhalten, brachte er es innert Kürze fertig die Leine vom Propeller zu lösen. Durch die spitzen Muscheln, die am Rumpf immer noch von Cartagena her hafteten, schürfte sich Tim an seinen Rippen die Haut auf. Blutüberströmt kam er aus dem Wasser. Mit Alkohol und Desinfektionsmitteln war die Wunde schnell versorgt. Nun hiess es, Camissa wieder auf Kurs zu bringen. Wir setzten unseren Weg fort mit Pol und Vorsegel. Nach 7 Stunden erreichten wir die herzige, kleine Barefoot Marina auf Barefoot Cay in Roatan, die nur für 7 Boote Platz hatte.

 

11.3. – 4.4.07 Aufenthalt in Roatan, Bay Islands, Honduras

Ach wie herrlich und luxuriös, wieder einmal in einer Marina zu verweilen. Keine Sorgen zu haben wegen Wetterverhältnissen, dass der Anker hält. 3 schwer bewaffnete Sicherheitsbeamte und ein bulliger Rottweilerhund liessen mich nachts ruhig schlafen. Strom und Wasser auf Knopfdruck. Klimaanlage, Wireless Internet, Fitnesscenter, Swimmingpool und der beste Tauchplatz gerade vor der Haustür. Und dies alles für nur 40 US$ pro Tag bei der Barefoot Marina auf der Insel Barefoot Cay. Für Roatan ist dies teuer, wenn man bedenkt, dass man ein Hotelzimmer für 5 US$ bekommt, aber uns war es das wert.

Mit einem gemieteten Auto wurde die grüne, hügelige 53 km lange und 6 km breite Insel erkundet. Einige Villen thronen auf hohen Hügeln. Die ärmeren Bewohner leben in einfachen Hütten in den Wäldern oder direkt am Meer in Stelzenhäusern.

Das Touristenzentrum befindet sich in West End, ein kleiner Ort im Nordwesten der Insel an einem kilometerlangen Sandstrand. Einem Sandweg entlang staffeln sich die zahlreichen Tauchshops, einfachen Hotels, Restaurants, Souvenirläden und kleine Lebensmittelgeschäfte. Früchte, Gemüse und Salat kauft man von den Strassenhändlern, die ihre Waren von einem Pickup runter verkaufen.

Dem zweitgrössten Korallenriff entlang befinden sich massenweise Boyen für die vielen Tauchplätze. Das Wasser ist glasklar und die Sicht sensationell. Tauchen an den steilen Korallen bewachsenen Wänden ist extrem beeindruckend. Durch strikte Regelungen des Marineparks tummeln sich wieder viele Fische herum. Leider wurden auch in Roatan an einigen Tauchplätzen die Korallen von Hurrikan Mitch stark beschädigt.

 

23.3.07: Motortrip Roatan Barefoot Cay – West End, Honduras (12nm) 

Wir warteten bis der tägliche Regenguss vorüber war. Danach beeilten wir uns, dass wir uns mit Camissa wieder in Bewegung setzten. Bei ruhiger See und wenig Wind motorten wir ans westliche Ende von Roatan. Der Himmel war Wolken verhangen. Nach 1 Stunde begann es auch schon wieder zu regnen. Dadurch war es schlichtweg unmöglich irgendwelche Untiefen des Wassers zu lesen. Wir verliessen uns auf unseren Chartplotter Computer und unsere Charts. Als wir uns der Banco Cordelia näherten, zeigte unser Tiefenmesser allmählich immer weniger Meter unter unserem Kiel an. Gemäss Chart sollten wir mindestens 5 Meter Tiefe haben, aber wir waren schon auf 2 m. Bei 1.3 m würde es kritisch werden. Unsere Geschwindigkeit hatten wir verlangsamt. Wir versuchten das Wasser zu lesen, ohne Sonne jedoch schlichtweg unmöglich. Plötzlich… ein Ruck und wir wussten wir berührten das Riff. Oh, oh… Tim setzte sofort den Rückwärtsgang ein. Jedoch mussten wir aufpassen, dass die Dingiziehleinen nicht im Propeller landeten. Ich stand vorne am Bug und versuchte Tim die Richtung anzugeben, damit er durch die Korallenstöcke manövrieren konnte. Wir fühlten uns wesentlich erleichtert als wir wieder 20 m unter dem Kiel hatten.

Nach einer weiteren Stunde waren wir in West End Bay. Wir hatten von anderen Seglern die Koordinaten bekommen, wo es einen Einschnitt im Riff für den Durchgang zum Ankerplatz hat. Als wir diese Koordinaten eingaben, stellten wir fest, dass dieser Punkt 8 Meilen neben unserem Zielort war. Ok, wir wussten ja, Koordinaten von Bekannten sind mit Vorsicht zu geniessen. Zu unserer Freude war der Eingang zum Ankerplatz markiert und wir waren froh, dass wir nicht nochmals eine Berührung mit dem Riff riskieren mussten. Wir haben etwas gelernt: Verlasse dich nie völlig auf Charts oder Koordinaten von anderen Cruisern.

 

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